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Medikamentöse Behandlung

Eine ärztlich verordnete Medikation kann ein ganz zentraler Schritt zur Überwindung postpartaler Erkrankungen sein. Bei schweren Depressionen und Psychosen ist die regelmäßige Einnahme entsprechender Psychopharmaka unverzichtbar. Die richtige Dosierung sollte gegebenfalls von den Angehörigen überwacht werden. Wichtig ist, dass die Medikation von einem erfahrenen Facharzt (Psychiater bzw.  Neurologe) verordnet wird.

Das gilt insbesondere dann, wenn die betroffene Mutter weiterhin stillen möchte. Inzwischen gibt es auf dem Markt für viele Erkrankungen Präparate, die mit dem Stillen vereinbar sind  (Weitere Informationen finden Sie unter www.embryotox.de). Eventuell ist hier aber eine engmaschige Kontrolle von Mutter und Kind erforderlich.

Wichtig ist, dass die verordnete Medikation vorschriftsmäßig eingenommen und unter gar keinen Umständen ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt wird. Auch nach Abklingen der Krankheitsanzeichen ist eine Weiternahme über einen gewissen Zeitraum - meist 6 Monate - erforderlich, um einen Rückfall in die Erkrankung zu vermeiden. Nach Ablauf dieser Zeit muss das Präparat dann nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt vorsichtig ausgeschlichen werden.

Die wichtigsten Medikamente im Überblick:

Antidepressiva:

Antidepressiva wirken auf den Neurotransmitterhaushalt im Gehirn, der durch die Depression oder eine Zwangserkrankung aus dem Gleichgewicht geraten ist. Bei Neurotransmittern handelt es sich um Botenstoffe im Gehirn (vor allem Serotonin und Noradrenalin), die bei der Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen eine zentrale Rolle spielen. Wichtig ist, dass die Antidepressiva meist nicht sofort voll wirken, sondern erst nach einer Zeitspanne von 10 bis 20 Tagen ("Wirklatenz"). Unter Umständen wird die Einnahme der Antidepressiva von Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Übelkeit, Verstopfung oder Schwitzen begleitet. Viele dieser Nebenwirkungen lassen aber nach einer Weile nach oder verschwinden sogar vollständig wieder. Ganz wichtig ist, dass Antidepressiva nicht abhängig machen. Das ist nur bei Beruhigungs- und Schlafmitteln der Fall.

Angstlösende Medikamente (Tranquilizer):

Die bekannteste Gruppe unter den Tranquilizern (engl. "Beruhiger") sind die Benzodiazepine. Sie werden in der Regel bei stärkeren Angst- und Unruhezuständen verordnet und dürfen grundsätzlich nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden, da sie bei längerem Gebrauch abhängig machen können.

Antimanische Medikamente (Medikamente bei bipolaren Störungen):

Manien im Rahmen einer bipolaren Störung werden vorrangig mit Lithium, Neuroleptika, Carbamazepin und Valproinsäure behandelt. Im Rahmen einer Lithiumbehandlung ist eine sorgfältige Überwachung des Lithiumspiegels im Blut erforderlich, da sonst die Gefahr einer Überdosierung besteht. Die Einnahme von Lithium kann zu erheblichen Nebenwirkungen führen, die allerdings durch die Gabe kleinerer Dosen über den Tag verteilt verhindert werden können. Wie auch Antidepressiva macht Lithium nicht abhängig.

Auch Carbamazepin und Valproinsäure werden im Rahmen einer stimmungsstabilisierenden Behandlung bei bipolaren Störungen eingesetzt. Meist dann, wenn Lithium nicht geholfen hat, es nicht vertragen wurde oder wenn andere Gründe gegen eine Lithiumbehandlung sprechen (z.B. der Wunsch zu stillen). Auch bei diesen beiden Medikamenten muss mit Nebenwirkungen gerechnet werden.

Antipsychotische Medikamente (Neuroleptika):

Neuroleptika werden bei der Behandlung von Psychosen eingesetzt und sollen das biochemische Gleichgewicht im Gehirn wieder herstellen, was sich dann auf die Krankheitsanzeichen wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Verwirrtheitszustände auswirkt. Die Nebenwirkungen sind zum Teil erheblich und können von Schläfrigkeit, Mundtrockenheit und Verstopfung bis hin zu Schwindelgefühlen, Zittern, Muskelkrämpfen und verlangsamten Bewegungsabläufen reichen. Oft sollen zusätzlich verordnete Medikamente die Nebenwirkungen verringern.

Schlafmittel (Hypnotika):

Für viele betroffene Frauen stellen Schlafstörungen ein großes Problem dar. Medikamente, die hauptsächlich schlafanstoßend und sedierend wirken, werden als Hypnotika (= Schlafmittel) bezeichnet. Wichtig ist, dass diese Mittel bei einem längerfristigen Gebrauch abhängig machen können.

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